Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner,

die Umsatz- und Ergebniszahlen des Jahres 2015 weisen nach oben. Im zurückliegenden Jahr haben wir intensiv daran gearbeitet, uns wirtschaftlich zu verbessern. Den Umsatz steigerten wir im Konzern um 7,0 % auf 2.334,8 Mio. €, das Ergebnis vor Steuern erhöhten wir um 28,2 % auf 93,4 Mio. €. Hieran hatten allerdings auch veränderte Währungsrelationen ihren Anteil.

Lassen wir uns von steigenden Zahlen aber nicht täuschen! Wenn wir in die nahe Zukunft blicken, sehen wir einige Hürden vor uns: Die Märkte haben sich in unserer Branche gravierend ver­ändert, die Konkurrenz ist härter geworden. Hinzu kommt die Schwäche gleich mehrerer Abnehmerbranchen. Sie hat 2015 zu einem leichten Rückgang unseres Auftragseingangs um 2,6 % auf 2.261,2 Mio. € geführt. Dies werden wir im Umsatz des laufenden Jahres spüren. Umso mehr werden wir jetzt darauf hinwirken, unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Rentabilität zu stärken.

Dazu passen wir die Strukturen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung sehr zügig an neue Marktbedingungen an und erhöhen unsere Präsenz in den Wachstumsmärkten. Außerdem ist es erforderlich, eine Kostenbasis zu schaffen, die uns eine erweiterte Handlungsfähigkeit gibt; dies ist gerade in ökonomisch schwierigen Phasen essenziell.

An der Lösung dieser Aufgaben werden wir in diesem und dem folgenden Jahr konzentriert arbeiten. Dazu haben wir konzeptionelle und strukturelle Vorarbeit geleistet:

1. WIR HABEN UNSERE KONZERNSTRATEGIE ANGEPASST UND FOKUSMÄRKTE FESTGELEGT

Im Rahmen unseres Strategiereviews definierten wir 2015 drei globale und zwei regionale Fokus­märkte. Auf diese werden wir in den kommenden Jahren vorzugsweise unsere Ressourcen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb ausrichten: Global bedienen wir die Industrie, die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Energiewirtschaft. Regionale Schwerpunkte unseres Geschäfts sind das Baugewerbe in Europa und im Mittleren Osten sowie der Bergbau in Amerika.

Bei dieser Ausrichtung sind wir uns der aktuellen Schwierigkeiten in der Energiewirtschaft und im Bergbau sehr bewusst:

  • Unsere Aktivitäten bei Kraftwerkspumpen verlagern wir daher schrittweise nach China und Indien, also dorthin, wo sich dieser Markt noch mit einer hohen Dynamik entwickelt. In ­Europa konzentrieren wir uns auf Projekte zur Modernisierung und Effizienzsteigerung der Kraftwerke.
  • Der derzeit rückläufigen Nachfrage im Bergbau begegnen wir mit einer 2015 eingegangenen deutsch-finnischen Partnerschaft. Sie verbindet uns mit einem global tätigen Anbieter von Bergbaumaschinen und -systemen, der unsere Feststoffpumpen bereits über sein branchenspezifisches Vertriebsnetz anbietet. Dies erhöht die Verkaufschancen für unsere Feststoffpumpen signifikant.

2. WIR VERRINGERN DIE KOMPLEXITÄT DES PRODUKT­PROGRAMMS UND DIE ZAHL DER GESELLSCHAFTEN

Verglichen mit einfachen Strukturen bedeutet Komplexität Mehraufwand. Dies gilt sowohl für ein sehr variantenreiches Produktprogramm wie auch für einen Konzernaufbau mit derzeit noch mehr als 90 Gesellschaften.

  • Die Komplexität unseres Produktprogramms haben wir, wie angekündigt, 2015 weiter verringert und werden den Prozess der Baureihenreduktion im laufenden Jahr fortsetzen. Unsere Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Produktpflege können wir somit gezielter auf margenstarke Produkte mit hohen Stückzahlen ausrichten.

  • Außerdem haben wir eine Verringerung der Zahl unserer Gesellschaften eingeleitet. Dazu gehörten die Zusammenführung von KSB-Unternehmen in Finnland, Norwegen und Spanien sowie der Verkauf zweier operativer Gesellschaften in Griechenland. Ähnliche Maßnahmen, auch außerhalb Europas, sind in Vorbereitung. Auf diesem Wege sparen wir Management­kapazität und verringern Kosten.

3. WIR HABEN EIN MASSNAHMENPAKET INITIIERT, DAS UNSERE ­KOSTENSTRUKTUREN VERBESSERT

Speziell in Deutschland haben wir 2015 weitreichende Schritte unternommen, um Kosten zu verringern. Zu diesen zählten neben anderen Maßnahmen die Schließung des Werks in Homburg sowie die Neuausrichtung unserer Pegnitzer Gießerei auf hochwertige Komponenten.

2016 und 2017 setzen wir die Anstrengungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit nun im globalen Rahmen fort. Hierzu haben wir ein Effizienzsteigerungsprogramm gestartet, das zum Ziel hat, unsere Material-, Personal- und Sachkosten um jeweils 10 % zu senken. Die positiven Effekte dieses Programms werden sich in vollem Umfang 2018 in unserem Ergebnis zeigen.

Für das laufende sowie das kommende Jahr haben wir uns auch darüber hinaus eine Menge vorgenommen, um KSB erfolgreich auszurichten. Dabei werden wir sehr verantwortungsvoll mit dem Kapital umgehen, das Sie uns, als Aktionäre des Unternehmens, zur Verfügung stellen. Nach einer eher enttäuschenden Entwicklung unserer Börsenkurse 2015 sind wir zuversichtlich, dass sich diese Anstrengungen bald wieder in steigenden Aktienwerten abbilden. So wollen wir nicht nur für Kunden und Mitarbeiter, sondern auch für Finanzanleger ein attraktives ­Unternehmen sein.

In diesem Sinne danken wir Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns darauf, Ihnen bald von neuen Fortschritten und Erfolgen berichten zu können.

Dr. Peter Buthmann

Werner Stegmüller

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