GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE

Unsere geschäftlichen Aktivitäten haben wir 2015 auf drei globale sowie zwei regionale Fokusmärkte ausgerichtet. Als weltweit vorrangige Absatzfelder sehen wir die Industrie, die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Energieversorgung. Regionale Fokusmärkte sind für uns der Bergbau in Amerika sowie das Baugewerbe in Europa.

Um diese schnell und kostengünstig zu bedienen, haben wir begonnen, unsere globalen Fertigungsstrukturen effizienter zu gestalten. Dies schließt die Aufgabe einiger kleinerer Werke in Europa mit ein, zugleich aber haben wir in ein mechatronisches Zentrum in der Türkei investiert. Mit dem Aufbau eines neuen zentralen Ersatzteillagers für Standardprodukte in Europa sowie der Schaffung elf zusätzlicher Servicezentren haben wir außerdem unsere logistische Basis verbreitert, um die Kunden weltweit im dauerhaften Einsatz unserer Produkte und beim Service noch besser zu unterstützen. Hierzu kontaktieren wir die Anwender unserer Pumpen und Armaturen über einen eigenen, „Installed Base“ genannten Vertriebskanal.

Gleichzeitig haben wir durch neue Vertriebsaktivitäten und Logistikstrukturen den Verkauf von Standardprodukten gestärkt. Auf diesem Wege konnten wir teilweise Auftragsrückgänge ausgleichen, die sich – aufgrund der genannten Marktentwicklung – im stark umkämpften Projektgeschäft ergaben.

Bei den nachfolgenden Ausführungen ist zu berücksichtigen, dass die dargestellten Vorjahreswerte die Effekte aus der Anpassung gemäß IAS 8 beinhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Konzernanhang.

AUFTRAGSEINGANG

Im KSB Konzern erreichten wir einen Auftragseingang in Höhe von 2.261,2 Mio. €, der um 60,0 Mio. €, gleich 2,6 %, unter dem des Vorjahres lag. Die für die letzten Monate 2015 erwarteten Großaufträge aus Asien verzögerten sich; eine im November eingegangene Pumpenbestellung für drei ägyptische Kraftwerke konnte diese Ausfälle nicht egalisieren. Daher blieb die geplante „deutliche Steigerung“ des Auftragseingangs aus. Wesentlich hierfür war neben der Verschiebung von Projekten seitens der Kunden auch der starke Preiswettbewerb. Dieser machte einige Aufträge, die potenzielle Kunden erst nach langen Verhandlungsrunden mit mehreren Anbietern vergaben, aus Profitabilitätsgründen für KSB unattraktiv.

Bei der Auftragsentwicklung zeigten sich 2015 deutliche regionale Unterschiede. Einen Zuwachs an Bestellungen verzeichneten die Gesellschaften in den beiden Regionen Asien (+ 9,6 %) sowie Mittlerer Osten / Afrika (+ 22,3 %). Neben einem starken Plus an Aufträgen aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft trugen die Order der Petrochemie im Mittleren Osten sowie der asiatischen Energiewirtschaft zu dieser Steigerung bei.

Demgegenüber ging in Europa der Auftragseingang unserer Gesellschaften zurück (– 7,0 %), wesentlich beeinflusst von der schlechten Geschäftslage der Energieversorger. Zu den von einer geringeren Nachfrage betroffenen Gesellschaften gehörte die KSB AG, deren Auftragseingang um 8,0 % auf 780,6 Mio. € sank. Ebenfalls rückläufig war der Bestelleingang in Amerika und Ozeanien (– 5,8 %), wobei die Investitionszurückhaltung im Bergbau ausschlaggebend war.

Pumpen

Für den um 4,7 % geringeren Auftragseingang bei Pumpen, in Höhe von 1.452,4 Mio. €, waren die Flaute im Bergbau, die Nachfragesituation in der Petrochemie sowie die geänderten Rahmenbedingungen in der europäischen Energieversorgung verantwortlich. Erwartet hatten wir einen deutlichen Anstieg des Auftragseingangs.

Die Betreiber von Minen verzichteten angesichts der Situation an den Rohstoffmärkten vielfach darauf, neue Anlagenkomponenten zu ordern: Dies spürte auch die GIW Industries, Inc., die vorwiegend Pumpen für den Transport von Feststoffen produziert und vertreibt. Sowohl in Asien als auch in Südamerika beeinträchtigte eine verringerte Nachfrage nach Pumpen für petrochemische Anlagen den Auftragseingang. In Brasilien war das geringere Auftragsvolumen unter anderem den Schwierigkeiten des wichtigsten Ölkonzerns des Landes geschuldet. Der Rückgang der Bestellungen an Kraftwerkspumpen ging vor allem auf die Situation im europäischen Markt zurück, wo sich Energieversorger teilweise aus dem konventionellen Kraftwerksgeschäft zurückziehen.

Einen starken Auftragszuwachs verzeichneten wir mit unseren Pumpen im Wasser- und Abwassersektor. Vor allem die Gesellschaften in Asien und der Region Mittlerer Osten / Afrika konnten ihr Geschäft kräftig ausweiten. Auf Basis der vorliegenden Bestellungen werden sie mit ihren Produkten ebenso an Neubauten wie an der Modernisierung von Infrastrukturanlagen mitwirken. Eine positive Entwicklung zeigte sich außerdem in der Industrie; hiervon profitierten nicht zuletzt die KSB-Unternehmen in Europa.

Armaturen

Der Auftragseingang für Armaturen lag mit 368,0 Mio. € um 9,7 % unter dem des Vorjahres. In unserem Prognosebericht waren wir noch von einem deutlichen Wachstum der Bestellungen ausgegangen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den verringerten Bedarf der Energieversorger in Europa zurückzuführen sowie darauf, dass die Ausrüster von Transportschiffen in Ostasien weniger Absperrklappen benötigten als in den Vorjahren. Bei Armaturen für die Petrochemie wirkte sich – wie bei Pumpen – der Stopp von Investitionen unseres brasilianischen Großkunden negativ aus.

Gute Erfolge mit unseren Armaturen erzielten wir bei Kunden aus der allgemeinen Industrie, insbesondere in Europa und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese und weitere Auftragszuwächse in einzelnen Absatzfeldern waren aber insgesamt zu gering, um die Rückgänge bei Kraftwerks- und Schiffsarmaturen vollständig auszugleichen.

Service

Ein sehr kräftiges Wachstum zeichnete 2015 unser Geschäft im Segment Service aus. Für unser Angebot an Dienstleistungen, einschließlich Retrofit-Maßnahmen, erhielten wir Aufträge im Wert von 440,8 Mio. €, 13,1 % mehr als im Vorjahr. Diese Zunahme hat unsere Erwartung eines nur moderaten Anstiegs in diesem Segment übertroffen. Serviceorder gingen für Pumpen und andere rotierende Maschinen sowie für Armaturen ein; dabei nahmen wir auch Aufträge für Produkte anderer Hersteller an.

Erhebliche Zuwächse erzielten wir in nahezu allen Marktbereichen. Insbesondere Kunden aus der Industrie und der Energiewirtschaft nahmen in größerem Umfang als 2014 unseren Service in Anspruch; aber auch für die Arbeit an Transportmitteln und Anlagen der Wasser- und Abwasserwirtschaft gingen erheblich mehr Bestellungen ein. Hierzu hat nicht zuletzt die Einrichtung neuer Servicecenter in zehn Ländern beigetragen.

Auch der 2015 weiter ausgebaute Vertriebskanal, über den wir gezielt „Bestandskunden“ ansprechen, hat sich in vielen Regionen positiv auf den Verkauf von Serviceleistungen und zugehörigen Ersatzteilen ausgewirkt. In allen vier Regionen – Europa, Mittlerer Osten / Afrika, Asien und Amerika / Ozeanien – sind die Servicebestellungen stark gestiegen. Dem dienten auch unser Service zur Effizienzanalyse, mit der wir die Einsparpotenziale von Anlagen aufzeigen konnten, sowie weitere Möglichkeiten, die Stromkosten der Kunden zu verringern.

UMSATZ

Der Konzernumsatz ist im Berichtsjahr erwartungsgemäß um 153,1 Mio. € auf 2.334,8 Mio. € gestiegen; dies bedeutet ein Plus von 7,0 %. Die positive Abweichung von der Entwicklung des Auftragseingangs ist auf größere Bestellungen aus den Vorjahren zurückzuführen, die wir 2015 zu den gewünschten Lieferterminen abgewickelt haben. Dies führte in den beiden Segmenten Pumpen und Armaturen ebenso zu einem Umsatzwachstum wie die im Berichtsjahr erhaltenen Aufträge im Segment Service.

7,0%
Umsatzzuwachs 2015

Das Umsatzwachstum war dabei in den Regionen Asien (+ 16,9 %) und Mittlerer Osten / Afrika (+ 12,0 %) am stärksten; aber auch die Gesellschaften in Amerika / Ozeanien (+ 8,7 %) und Europa (+ 3,4 %) konnten sich verbessern. Die Entwicklung in unserem Heimatmarkt Europa war dabei leicht von dem um 0,7 % geringeren Umsatzvolumen der KSB AG (nach HGB) beeinträchtigt, die 809,5 Mio. € erzielte.

Pumpen

In unserem stärksten Segment Pumpen ist unser Umsatz im Rahmen unserer Prognose um 5,3 % auf 1.514,0 Mio. € gestiegen. Hierzu hat wesentlich die Entwicklung außerhalb unseres europäischen Heimatmarktes beigetragen. Dort konnten insbesondere unsere Gesellschaften in Ost- und Südostasien ihren Pumpenumsatz kräftig steigern. Gleiches gilt für die Unternehmen in Nordamerika, von denen die GIW Industries, Inc. größere Aufträge aus Kanada zur Lieferung von Feststoffpumpen abwickelte.

umsatz nach Segmenten

Armaturen

Im Segment Armaturen erhöhten wir den Umsatz um 1,5 % auf 384,6 Mio. €. Dieser moderate Zuwachs ist von der Umsatzentwicklung in Asien getragen, wo vor allem unsere Gesellschaften in China, Indien und Korea in größerem Umfang Armaturenaufträge fakturierten. In den Regionen Europa, Amerika / Ozeanien und Mittlerer Osten / Afrika war das Umsatzvolumen hingegen geringer als im Vorjahr. Insgesamt hatten wir in unserer Prognose eine deutliche Steigerung des Umsatzes mit dieser Produktgruppe vorausgesagt.

Service

Das prozentual stärkste Umsatzwachstum erreichten wir im Segment Service, in dem wir zunächst nur mit einem moderaten Anstieg gerechnet hatten. Stattdessen konnten wir unseren Umsatz um 10,6 % auf 413,6 Mio. € erhöhen. Hier wirkte sich im Volumen vor allem die Ausweitung des Servicegeschäfts in Europa sehr positiv aus. Die prozentual stärksten Zuwachsraten erzielten allerdings die Gesellschaften in Asien und in Amerika. Insbesondere die Unternehmen in Nordamerika konnten sehr viel mehr Serviceaufträge verbuchen als im Vorjahr.

ERGEBNIS VOR ZINSEN UND ERTRAGSTEUERN (EBIT)

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), ohne die Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11, von 101,9 Mio. € (Vorjahr 102,0 Mio. €). Hierzu hat das Segment Pumpen mit einem EBIT von 55,4 Mio. € (Vorjahr 56,3 Mio. €) beigetragen. Unsere im Vorjahresbericht gestellte Prognose (erhebliche Steigerung) konnten wir somit nicht realisieren, sondern mussten einen geringfügigen Rückgang verkraften. Im Segment Armaturen hat sich das EBIT stark rückläufig entwickelt, auf 10,3 Mio. € (Vorjahr 16,9 Mio. €). Den prognostizierten markanten Zuwachs erreichten wir somit nicht. Das EBIT des Segments Service ist wie geplant erheblich auf 36,2 Mio. € (Vorjahr 28,8 Mio. €) gestiegen. Der Überleitungseffekt aus der Bewertung nach IAS 11 „Fertigungsaufträge“ zum EBIT veränderte sich im Jahresvergleich um + 16,1 Mio. €.

GESAMTLEISTUNG

Die zuvor erwähnte Umsatzsteigerung zeigt sich auch in einer höheren Gesamtleistung. Sie betrug 2.350,3 Mio. €, nach 2.197,7 Mio. € im Vorjahr. Der Bestand an Unfertigen und fertigen Erzeugnissen erhöhte sich um 10,7 Mio. € und war damit um 1,3 Mio. € geringer als im Vorjahr. Gegenläufig stiegen die Anderen aktivierten Eigenleistungen leicht an.

ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die Sonstigen Erträge sind von 36,3 Mio. € auf 50,0 Mio. € gewachsen, unter anderem wegen mehr Erträgen aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen sowie höheren Auflösungen bei Wertberichtigungen von Forderungen.

Der Materialaufwand ist um 10,4 %, und damit stärker als die Gesamtleistung, gestiegen. Daher erhöhte sich der Anteil des Materialverbrauchs (979,5 Mio. €) von 40,4 % im Vorjahr auf 41,7 % im Berichtsjahr. Dies ist auf den anhaltenden Preisdruck im Pumpen- und Armaturengeschäft zurückzuführen, sodass wir Materialpreiseffekte nicht in vollem Umfang an unsere Abnehmer weitergeben konnten.

Der Personalaufwand ist um 4,4 % auf 819,3 Mio. € gewachsen. In Relation zur Gesamtleistung verzeichneten wir allerdings 0,8 Prozentpunkte weniger. Wesentliche Einflussgrößen waren die tariflichen Entgeltsteigerungen sowie gegenläufig eine sinkende Beschäftigtenzahl. Die Belegschaft hat sich bis zum Ende des Berichtsjahres gegenüber 2014 um 113 Beschäftigte auf 16.196 verringert. Einen deutlichen Rückgang verzeichneten mit minus 172 Personen die deutschen Gesellschaften KSB AG und KSB Service GmbH, Frankenthal. Dies ist die Folge von Maßnahmen, mit denen wir uns an neue Marktbedingungen anpassen. Gegenläufig war die Zunahme der französischen Belegschaft, die sich hauptsächlich durch die Integration einer Serviceeinheit (126 Mitarbeiter) vergrößert hat. Folglich beschäftigte der KSB Konzern im Jahresdurchschnitt 138 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Aufgrund der höheren Gesamtleistung bei gleichzeitig rückläufiger Beschäftigtenzahl hat sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr von 134 T€ auf 144 T€ verbessert.

Die Anderen Aufwendungen sind, gemessen an der Gesamtleistung, von 17,9 % auf 17,5 % gesunken. In absoluten Zahlen sind diese jedoch von 393,0 Mio. € auf 411,5 Mio. € gestiegen. Ursächlich waren erhöhte Vertriebskosten und mehr Fremdleistungen.

Das Finanzergebnis ist um 6,3 Mio. € gestiegen. Hier spiegeln sich vor allem höhere Erträge aus Beteiligungen wider, die wir nach der Equity-Methode bilanzierten (+ 2,8 Mio. €), sowie um 2,3 Mio. € geringere Finanzaufwendungen.

ERGEBNIS

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 93,4 Mio. €, nach 72,8 Mio. € im Jahr 2014. Damit konnten wir unsere Vorjahresprognose, das EBT erheblich zu verbessern sowie einem Wert in dreistelliger Millionenhöhe anzunähern, realisieren. Die Umsatzrendite vor Ertragsteuern erhöhte sich entsprechend von 3,3 % im Vorjahr auf 4,0 % und liegt damit am unteren Rand unserer Vorjahresprognose. Die Ertragsteuerquote stieg vor allem wegen periodenfremder Steuern, aber auch wegen vermehrt angefallener steuerlich nicht wirksamer Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Sie beträgt nun 44,1 % nach 36,4 % im Jahr 2014. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 52,2 Mio. € (Vorjahr 46,3 Mio. €) ist daher mit 12,7 % weniger deutlich gewachsen als das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) (28,2 %).

93,4Mio. €
Konzernergebnis (EBT) 2015

Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Ergebnis erhöhte sich von 7,6 Mio. € auf 12,9 Mio. €. Dies ist auf verbesserte Ergebnisbeiträge unserer asiatischen Gesellschaften zurückzuführen. Die Relation zum Ergebnis nach Ertragsteuern veränderte sich daher von 16,4 % auf 24,7 %.

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB AG (39,3 Mio. €) lagen somit um 0,6 Mio. € über denen des Vorjahres (38,7 Mio. €).

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 22,30 €, nach 21,97 € im Vorjahr, und für die Vorzugsaktien 22,56 €, nach 22,23 € im Jahr 2014.

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