FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

FINANZLAGE

Die Finanzlage des KSB Konzerns hat sich verbessert, was sich in einer um 2 Prozentpunkte gestiegenen Eigenkapitalquote ausdrückt.

Eigenkapital

Der KSB Konzern ist mit einem Eigenkapital von 870,2 Mio. € (Vorjahr 819,7 Mio. €) ausgestattet. Darin enthalten ist wie im Vorjahr das Gezeichnete Kapital der KSB AG mit 44,8 Mio. €. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 66,7 Mio. €. Unsere Gewinnrücklagen belaufen sich auf 609,1 Mio. € (Vorjahr 578,5 Mio. €); hierin sind die Anteile der Aktionäre der KSB AG am Ergebnis nach Ertragsteuern mit 39,3 Mio. € (Vorjahr 38,7 Mio. €) enthalten. Auf die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter entfallen 149,6 Mio. € (Vorjahr 129,7 Mio. €). Durch die deutliche Zunahme des Eigenkapitals bei gleichzeitig nur leicht angestiegener Bilanzsumme (+ 13,1 Mio. € oder 0,6 %) hat sich die Eigenkapitalquote ebenfalls erhöht (38,0 %; im Vorjahr 36,0 %).

Die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus den Gesellschaften KSB Pumps Limited / Indien, GIW Industries, Inc. / USA, KSB America Corporation / USA und KSB Shanghai Pump Co. Ltd. / China.

Schulden

Größter Posten der Schulden sind weiterhin die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und darin wiederum die Pensionsrückstellungen, welche sich zum Bilanzstichtag um 1,4 Mio. € auf 526,0 Mio. € erhöht haben. Eine Vielzahl der im KSB Konzern vorhandenen Pensionspläne sind leistungsbezogene Modelle. Die damit verbundenen Risiken wie demografischer Wandel, Inflation und Gehaltssteigerungen reduzieren wir, indem wir beispielsweise für neues Personal vermehrt beitragsorientierte Pläne einsetzen.

Für aktuelle Rentenempfänger und unverfallbare Anwartschaften ausgeschiedener Mitarbeiter betragen unsere Verpflichtungen knapp die Hälfte des Bilanzansatzes. Der Rest sind Anwartschaften unserer aktiven Mitarbeiter.

Die übrigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die mehrheitlich kurzfristigen Charakter haben, sind ebenfalls nur wenig verändert und betragen 88,8 Mio. € (Vorjahr 90,3 Mio. €).

38,0%
Eigenkapitalquote 2015

Auch bei den Sonstigen Rückstellungen, die wir nahezu ausschließlich für kurzfristige ungewisse Verbindlichkeiten gebildet hatten, zeigt sich ein nahezu stabiles Bild (99,5 Mio. € nach 96,7 Mio. € im Jahr 2014). Einen Anstieg bei den Garantieverpflichtungen und Pönalen infolge der Ausweitung des Umsatzvolumens haben rückläufige Übrige Rückstellungen teilweise kompensiert.

Die langfristigen Finanzschulden sind mit 133,5 Mio. €, nach 159,4 Mio. € zum Jahresende 2014, deutlich gesunken. Sie beinhalten Verpflichtungen aus einem 2012 platzierten Schuldscheindarlehen in Höhe von 122 Mio. € (Vorjahr 140 Mio. €). Dieses ist unterteilt in Rückzahlungstranchen von 3 bis 10 Jahren. Die Veränderung erklärt sich mit der vorzeitigen Tilgung einer dieser Tranchen. Weiterhin verringerten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um mehr als 8 Mio. €.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben wir insgesamt um 15,5 Mio. € reduziert (558,6 Mio. €, nach 574,1 Mio. € zum Jahresende 2014). Dabei gingen die kurzfristigen Finanzschulden sogar um 49,2 Mio. € zurück. Neben der planmäßigen Tilgung einer Tranche des Schuldscheindarlehens von 35 Mio. € haben wir im Jahresvergleich auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 14 Mio. € zurückgeführt. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 27,1 Mio. € sowie die Ertragsteuerschulden um 6,8 Mio. €. Den Aufbau bei den Sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 14,2 Mio. €, infolge mehr erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen, hat der Abbau bei den Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgeglichen (– 14,5 Mio. € vor allem wegen geringerer Übriger sonstiger finanzieller Verpflichtungen). Berücksichtigt man den Anstieg der Bilanzsumme, beträgt der Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten am Gesamtkapital 24,2 % (Vorjahr 25,1 %).

Investitionen

Die Zugänge bei den Immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 8,3 Mio. € (Vorjahr 7,4 Mio. €) betrafen wie im Vorjahr vor allem Geleistete Anzahlungen und aktivierte Eigenleistungen für eine neue Software zum Einsatz im Vertrieb.

Die Sachanlageninvestitionen waren im Berichtsjahr mit 74,5 Mio. € etwas geringer als im vorangegangenen Berichtsjahr mit 77,7 Mio. €. Die höchsten Zugangswerte entfielen wie im Vorjahr mit 27,7 Mio. € auf Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (Vorjahr 32,2 Mio. €). Sie stehen im Zusammenhang mit einem Gießereineubau unserer US-amerikanischen Gesellschaft GIW Industries, Inc. Weitere 19,9 Mio. € entfielen auf Technische Anlagen und Maschinen (Vorjahr 19,2 Mio. €). Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war wie 2014 die Region Europa, hier hauptsächlich Deutschland und Frankreich. Außerhalb Europas wiesen wieder unsere Werke in den USA sowie in Brasilien, China und Indien die höchsten Zugänge aus. Die Grundsätze für die Bemessung der Abschreibungen haben wir im Berichtsjahr beibehalten.

Nettofinanzposition

Wegen des etwas besseren Ergebnisses sowie höherer erhaltener Anzahlungen hat sich die Nettofinanzposition mit 211,3 Mio. €, nach 185,5 Mio. € im Vorjahr, günstiger entwickelt als vor zwölf Monaten vorhergesehen (180 bis 190 Mio. €).

211,3Mio. €
Nettofinanzposition 2015
Liquidität

Aus betrieblichen Tätigkeiten erzielten wir einen Cashflow von 116,6 Mio. €. Dieser war 28,1 Mio. € höher als im Vorjahr. Ausschlaggebend waren neben der Ergebnisverbesserung und mehr Abschreibungen gestiegene Erhaltene Anzahlungen sowie eine stärkere Mittelbindung bei den Verbindlichkeiten. Dem entgegen stand ein Anwachsen der Forderungen.

Die Abflüsse aus unserer Investitionstätigkeit sind gegenüber 2014 annähernd gleich geblieben. Allerdings erhöhte die Veränderung der Festgelder den Cashflow; im Vorjahr war hier noch eine Minderung zu verzeichnen gewesen. Entsprechend ist ein erheblich geringerer Cashflow aus Investitionstätigkeiten von – 34,5 Mio.€ (Vorjahr angepasst – 97,9 Mio.€) zu berücksichtigen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten veränderte sich deutlich, vor allem wegen der Tilgung von Tranchen unseres Schuldscheindarlehens, aber auch infolge der Reduzierung unserer Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, von – 36,9 Mio. € (angepasst) auf – 87,4 Mio. €.

In Summe aller Cashflows haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 278,6 Mio. € auf 273,1 Mio. € verringert. Dabei spielten Wechselkursänderungen in Höhe von – 0,1 Mio. € (Vorjahr + 10,8 Mio. €) eine Rolle.

Wir gehen davon aus, den vollen Umfang an Zahlungsausgängen auch künftig weitgehend aus dem operativen Cashflow bestreiten zu können. Damit erreicht unser Finanzmanagement aus heutiger Sicht das Ziel, jederzeit unsere Liquidität im Wesentlichen ohne zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen sicherzustellen. Weitere Informationen zum Liquiditätsmanagement (beispielsweise Kreditlinien) finden sich im Kapitel „Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten“ an anderer Stelle in diesem Konzernlagebericht.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle ­Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse des KSB Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 13,4 Mio. € (Vorjahr 8,0 Mio. €). Dabei handelt es sich hauptsächlich um Besicherungsgarantien und Gewährleistungsverträge.

Sonstige über den Bilanzstichtag hinausreichende finanzielle Verpflichtungen mit außerordentlichem Charakter bestehen nicht. Lediglich aus langfristigen Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen (insbesondere Informationstechnologie und Telekommunikation), die für den Geschäftsfortgang notwendig sind, sowie dem Bestellobligo in Höhe von 20,0 Mio. € (Vorjahr 17,8 Mio. €) resultieren weitere finanzielle Verpflichtungen im üblichen Rahmen.

VERMÖGENSLAGE

Unsere Bilanzsumme erhöhte sich geringfügig um 0,6 % auf 2.291,1 Mio. €. Sowohl im langfristigen Vermögen (insbesondere bei Sachanlagen) als auch bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC zeigten sich erhebliche Zuwächse. Diesen standen geringere Sonstige finanzielle Vermögenswerte gegenüber.

Aufwendungen Gesamtergebnisrechnung
Bilanzstruktur

* Anpassung aufgrund IAS 8

Im Anlagevermögen sind knapp 28 % (im Vorjahr gut 27 %) der Mittel gebunden. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit Anschaffungswerten von 1.336,4 Mio. € (Vorjahr 1.270,4 Mio. €) stehen mit 595,9 Mio. € (Vorjahr 587,2 Mio. €) zu Buche. Vor allem die im Berichtsjahr durchgeführten Minderungen bei den Geschäfts- oder Firmenwerten haben bei den Immateriellen Vermögenswerten zu einer Veränderung von – 9,4 Mio. € geführt. Da die Investitionen in das Sachanlagevermögen (74,5 Mio. €) wie im Vorjahr über den Abschreibungen (58,2 Mio. €) lagen, hat sich diese Bilanzposition um 18,0 Mio. € erhöht. Der Bilanzwert der Finanziellen Vermögenswerte und der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen ist insgesamt um 1,9 Mio. € auf 37,2 Mio. € gestiegen. Dabei wirkten sich die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen mit 1,2 Mio. € aus.

Vorräte bilanzieren wir in Höhe von 454,4 Mio. €, dies sind 4,6 Mio. € mehr als zum Ende des Jahres 2014. Insbesondere die Unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen erhöhten sich; gegenläufig wirkten rückläufige Geleistete Anzahlungen. Die Vorräte haben unverändert je rund 20 % unserer Mittel gebunden.

Aufgrund eines erhöhten Auslieferungsvolumens liegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC um 49,5 Mio. € über dem Vorjahresultimowert. Insgesamt entfallen − unter Berücksichtigung der Veränderung der Bilanzsumme − auf diese Bilanzposition rund 29 % (Vorjahr 27 %) der gesamten Aktiva.

Die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind von 190,2 Mio. € auf 156,2 Mio. € zurückgegangen, da der darin enthaltene Anteil von Festgeldern mit Laufzeiten von mehr als 3 bis zu 12 Monaten sich um rund 44Mio.€ verringert hat.

Wie im Vorjahr betreffen rund 12 % des Vermögens Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie sind mit 273,1 Mio. € (Vorjahr 278,6 Mio. €) bilanziert.

Inflation und Wechselkurseinflüsse

Zum Konsolidierungskreis gehörten keine Gesellschaften, deren Jahresabschlüsse um Inflationsauswirkungen zu bereinigen gewesen wären.

Die Währungsumrechnung der nicht in Euro aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften hat zu einem Differenzbetrag von + 1,2 Mio. € (Vorjahr + 38,8 Mio. €) geführt. Diesen haben wir ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS

Die im Vorjahresbericht erstellten Prognosen haben sich aufgrund der zuvor dargestellten Sachverhalte nicht in vollem Umfang bestätigt. Die unerwartet schwache konjunkturelle Entwicklung hatte teils deutliche Auswirkungen auf unsere Kernmärkte und damit auf unsere Zielerreichung im Auftragseingang.

Für den Geschäftsverlauf war die weltweite Nachfrageschwäche in mehreren für uns wichtigen Branchen wesentlich. Zugleich zeigte sich, dass bei verschiedenen Produkten die Preisflexibilität nicht ausreichte, um in einem verschärften Konkurrenzkampf zufriedenstellende Margen zu erzielen. Dies wirkte sich in unseren Segmenten unterschiedlich aus.

Insgesamt erreichten wir den erwarteten deutlichen Umsatzanstieg im Konzern und damit einhergehend auch die erhebliche Verbesserung unserer relevanten Ergebnisgrößen im Konzern. Das Ergebnis vor Ertragsteuern näherte sich mit knapp 94 Mio. € wieder einer dreistelligen Millionenhöhe an und auch die Umsatzrendite traf mit 4,0 % die untere Spanne unserer Erwartungen. Der Auftragseingang ist allerdings um 2,6 % gesunken, vorhergesagt hatten wir eine deutliche Steigerung.

Obwohl das Segment Pumpen die Umsatzprognose (deutlicher Anstieg) erfüllen konnte, lag das erwirtschaftete operative Ergebnis infolge der konjunkturellen Rahmenbedingungen gerade im Kraftwerksbereich geringfügig unter dem Wert des Jahres 2014 und nicht wie vorgesehen erheblich darüber. Der Auftragseingang sollte deutlich steigen, eingetreten ist ein Rückgang um 4,7 %.

Auch im Segment Armaturen war die schwierige Marktsituation bei unseren Energiekunden spürbar. Den Umsatz konnten wir mit + 1,5 % zwar noch moderat erhöhen, der geplante deutliche Zuwachs war allerdings nicht realisierbar. Ein Grund hierfür ist der mit knapp 10 % kräftige Rückgang im Auftragseingang; vor einem Jahr rechneten wir noch mit markanten Verbesserungen. Auch das operative Ergebnis verfehlte den Vorjahreswert erheblich, die angestrebte markante Verbesserung erreichten wir nicht.

Im Service stiegen sowohl Auftragseingang als auch Umsatz im Jahresvergleich kräftig und übertrafen jeweils die Zielvorgaben eines moderaten Wachstums. Im operativen Ergebnis erreichten wir die geplanten erheblichen Zuwächse.

Die Nettofinanzposition hat sich mit 211,3 Mio. €, nach 185,5 Mio. € im Vorjahr, besser entwickelt als vor zwölf Monaten geplant (180 bis 190 Mio. €).

Die Geschäftsentwicklung stellte sich somit im Berichtsjahr wegen der Entwicklung beim Auftragseingang insgesamt etwas weniger günstig dar als erwartet.

Auf dieser Basis haben wir 2015 weiter daran gearbeitet, die Voraussetzungen für ein wieder prosperierendes Geschäft zu verbessern. Dazu gehörte es, die begonnene Neuordnung der Aufgabenverteilung im globalen Fertigungsverbund voranzutreiben und Maßnahmen einzuleiten, um unsere Kosten noch stärker zu senken. Zu diesen Maßnahmen zählt eine schrittweise Verringerung des Personals; auch reduzieren wir die Anzahl der KSB-Gesellschaften weltweit und verringern die Komplexität des Produktprogramms.

KSB verfügt weiterhin über eine gesunde finanzielle Basis für die Zukunft. Die bereits 2014 eingeleiteten Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung unserer Kostenstrukturen, die wir noch intensivieren, werden diese Basis nachhaltig stärken.

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