Prognosebericht

Für das laufende Jahr prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die globale Wirtschaft um real 3,4 % expandieren wird. Der Anstieg in den Industrienationen soll dabei 2,1 % erreichen, allerdings in der Eurozone mit nur 1,7 % schwächer ausfallen. Dabei wird die Entwicklung in Deutschland prägend sein, flankiert von einer weiteren Erholung in Frankreich, Italien und Spanien. In den sogenannten aufstrebenden Ländern erwartet das Institut eine Expansion der Wirtschaft um real 4,3 %, was auch für KSB die dortigen Verkaufschancen verbessert.

Allerdings wird der Maschinen- und Anlagenbau nach Einschätzung des VDMA an dieser Entwicklung nur beschränkt partizipieren und voraussichtlich um real lediglich 1 % wachsen. Der Umsatz mit Pumpen und Systemen sowie mit Industriearmaturen soll 2016 sogar um real 1 % sinken.

DEUTLICHES AUFTRAGSWACHSTUM BEI DEUTLICH ­SCHWÄCHEREM UMSATZ

In diesem unverändert schwierigen Umfeld erwarten wir für 2016 einen Auftragseingang im Konzern, der den des Berichtsjahres deutlich übertrifft; hierzu werden mehrere Großaufträge beitragen.

Beim Konzernumsatz rechnen wir allerdings damit, dass dieser deutlich unter dem von 2015 liegen wird. Hintergrund ist der niedrigere Wert der vorliegenden Projektaufträge mit Lieferterminen für 2016.

Pumpen

Angesichts des starken Preiskampfs im Projektgeschäft, verbunden mit einer gegenüber früheren Jahren geringeren Zahl an Vergaben, konzentrieren wir uns in der aktuellen Geschäftsperiode vorrangig darauf, den Vertrieb unserer Standardpumpen zu fördern. Hier sehen wir Wachstumsschwerpunkte unter anderem bei Industrienorm- und -blockpumpen. Diese bieten wir in Kombination mit unseren energieeffizienten Synchron-Reluktanzmotoren und weiterentwickelten Drehzahl-Regelsystemen an, die bei den Kunden Energiespar­potenziale erschließen. Gute Verkaufschancen sehen wir außerdem für unsere modernisierten Hochdruck- und Chemie­normpumpen sowie für das erneuerte Programm an heizungs- und klimatechnischen Pumpen.

Im Projektgeschäft erwarten wir erst für 2017 wieder eine Verbesserung der Marktlage. Außerordentliche Wachstumsimpulse können aber im laufenden Jahr aus der Energiewirtschaft kommen. Dies gilt vor allem für China und Indien, wo Vergabeentscheidungen anstehen. Diese werden gegebenenfalls die Höhe unseres Auftragseingangs wesentlich beeinflussen.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir für das Segment mit einem deutlichen Auftragswachstum, während der Umsatz mit Pumpen, aufgrund des schwächeren Auftragseingangs 2015, deutlich rückläufig sein wird.

Armaturen

Deutlich geringere Auftragszuwächse sehen wir für unsere Industriearmaturen voraus. Mit diesen treffen wir in Ländern wie Brasilien und China auf eine schwierigere Marktlage als 2015. Speziell die Nachfrage aus der Petrochemie und der Branche Öl und Gas wird sich voraussichtlich weiter abschwächen, mit entsprechendem Einfluss auf unsere Bestelleingänge.

Dem steht unsere Erwartung gegenüber, dass sich der Verkauf großer Absperrklappen belebt, wie sie zum Wassertransport in Pipelines zum Einsatz kommen. Ein spürbares Wachstum ist auch für kraftwerkstechnische Armaturen in Aussicht, sofern unsere Kunden avisierte Großprojekte, insbesondere in China und Indien, planmäßig durchführen. Der Markt für Flüssiggastransporte wird sich 2016 voraussichtlich nur langsam erholen; allerdings finden unsere dreifach-exzentrischen Absperrklappen für Tankschiffe zunehmende Akzeptanz, sodass eine Ausweitung dieses Geschäfts möglich ist. Einen moderaten Auftragszuwachs lassen außerdem Bauvorhaben im Mittleren Osten und in Osteuropa für unsere gebäudetechnischen Armaturen erwarten.

Insgesamt gehen wir daher für unser Armaturengeschäft von einem verglichen mit 2015 stabilen Auftragseingang aus, während wir beim Umsatz einen kräftigen Rückgang voraussehen.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
* Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2016)
** Quelle: EU-Kommission (Februar 2016); Zusatzinfo: Eurozone + 1,6 % (2015), + 1,7 % (2016)

Service

Die Nachfrage nach Serviceleistungen wird aus heutiger Sicht stabil bleiben oder sich leicht ausweiten. Um unsere Wachstumsziele zu erreichen, werden wir über unseren Vertriebskanal, der sich speziell an die Bestandskunden richtet, vermehrt Serviceleistungen und zugehörige Ersatzteile anbieten. Dabei können wir unser Geschäft auch auf die elf Service-Center stützen, die wir 2015 in zehn Ländern zusätzlich errichtet haben, sowie auf das neue zentrale europäische Ersatzteillager.

Zum Ausbau unseres Geschäfts werden wir die geplante Expansion unserer Service-Center insbesondere in Ost- und Südostasien sowie in Osteuropa fortführen.

Allerdings ist in Deutschland und anderen europäischen Ländern mit einem weiteren erheblichen Rückgang des Geschäfts in der Energietechnik zu rechnen. Hintergrund ist die fortschreitende Reduktion der Kapazitäten im Bereich nuklearer und fossiler Kraftwerke. Im Bergbau, einer zweiten wichtigen Säule unseres Servicegeschäfts, ist für das laufende Jahr noch keine Belebung zu erwarten.

Im Auftragseingang erwarten wir für 2015 ein Volumen an Servicebestellungen, welches das des Vorjahres moderat übersteigt. Der Umsatz wird aus heutiger Sicht nur geringfügig wachsen.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Für die aktuelle Geschäftsperiode erwarten wir, wie oben ausgeführt, eine deutliche Verbesserung des Auftragseingangs, getrieben vor allem durch kraftwerkstechnische Großprojekte in China und Indien. Gegenüber den oben erwähnten positiven Beiträgen der Segmente Pumpen und Service werden sich die Bestelleingänge bei Armaturen lediglich auf dem Vorjahresniveau bewegen. Die Umsatzerlöse werden aus heutiger Sicht deutlich unter dem Vorjahreswert liegen; dabei erwarten wir die genannten Rückgänge bei Pumpen und Armaturen sowie die geringfügige Verbesserung im Service.

Die Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung unserer Ertragssituation, die auf die Senkung von Material-, Personal- und sonstigen Kosten zielen, werden wir deutlich intensivieren. Dazu gehört es, die begonnene Neuordnung der Aufgabenverteilung im globalen Fertigungsverbund weiter voranzutreiben. Wir schaffen auch die Voraussetzungen, unser kraftwerkstechnisches Geschäft künftig verstärkt in Asien abzuwickeln, dies großteils mit lokal hergestellten Produkten. Darüber hinaus reduzieren wir die Anzahl der KSB-Gesellschaften und verringern die Komplexität des Produktprogramms. Demzufolge werden unsere Ergebnisgrößen durch Einmalkosten erheblich belastet sein. Die genaue Höhe dieser Einmalkosten ist aus heutiger Sicht nur sehr schwer prognostizierbar, da einige Maßnahmen noch in der Evaluierungs- oder Diskussionsphase sind. Das operative Ergebnis, also das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), ohne die Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11, wird, abhängig von der Höhe der Einmalkosten zur Effizienzsteigerung, kräftig unter Vorjahr liegen. Dies gilt gleichermaßen für die Segmente Pumpen und Armaturen, wohingegen wir im Service lediglich mit moderaten Rückgängen rechnen. Folglich wird auch das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) kräftig unter dem Wert 2015 liegen. Unsere Umsatzrendite würde sich dementsprechend auch kräftig verringern.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der BRIC-Staaten

Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2016)

Bei der Nettofinanzposition planen wir mit einem Wert, der nur geringfügig unter den 2015 erzielten 211 Mio. € liegen wird. Basis hierfür ist die Erwartung, dass die überwiegende Liquiditätsbelastung in Zusammenhang mit den 2016 zu verkraftenden Einmalkosten erst 2017 und später eintreten wird.

Der Prognosezeitraum für die vorangehenden Ausführungen, die wir unter Berücksichtigung der nachfolgend dargestellten Chancen und Risiken erarbeitet haben, umfasst das Geschäftsjahr 2016. Über diesen Zeitraum hinausgehende wesentliche Sondereinflüsse können sich aus unseren Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung unserer Ertragssituation, die auf die Senkung von Material-, Personal- und sonstigen Kosten zielen, ergeben.

ZUKUNFTSBEZOGENE AUSSAGEN

Soweit dieser Bericht zukunftsbezogene Aussagen und Informationen enthält, beruhen diese auf Annahmen der Geschäftsleitung. Sie drücken unsere aktuellen Prognosen und Erwartungen im Hinblick auf künftige Ereignisse aus. Folglich sind diese zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen mit Risiken und Unsicherheiten behaftet, die außerhalb des Einflussbereichs der Geschäftsleitung liegen. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse oder Ergebnisse wesentlich von den dargestellten zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen abweichen können, wenn eine oder mehrere der nachfolgend genannten oder aber andere Chancen beziehungsweise Risiken und Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

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