Chancen- und Risikobericht

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern gesamtwirtschaftlichen, branchentypischen, finanzwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken ausgesetzt. Unsere Risikopolitik richten wir darauf aus, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Hierzu streben wir an, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu mindern und wo möglich zu vermeiden. Gleichzeitig bieten unsere globale Ausrichtung und unser breites Produktspektrum eine Fülle von Chancen. Hierzu zählen wir insbesondere solche, die auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entstehen, aber ebenso diejenigen, die sich mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer Produkte verbinden. Auch die Optimierung unseres weltweiten Vertriebs- und Produktionsnetzes stärkt unsere Wettbewerbsposition. Dabei überprüfen wir stets Möglichkeiten, unsere globale Präsenz weiter zu erhöhen; das erreichen wir einerseits durch Neugründungen, andererseits durch Akquisitionsprojekte.

Chancen sowie Risiken verstehen wir als mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer Prognose- oder Zielabweichung führen können. Dies gilt in positiver wie negativer Hinsicht. Um die vielfältigen Chancen und Risiken kompetent und effizient zu managen, richten wir unser Handeln entsprechend aus und orientieren uns bei der Auswahl der Verantwortlichen am jeweiligen Sachverhalt. Wichtige Überwachungsaufgaben übernehmen dabei das Controlling, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision.

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

KSB hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, um relevante Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Der Risikomanagement-Prozess des KSB Konzerns besteht aus den aufeinanderfolgenden Phasen der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Erfassung und Kommunikation von Risiken. Die sechs Phasen bilden einen kontinuierlichen und IT-gestützten Regelkreislauf. Dieser ist in unserem Risikomanagement-Handbuch ebenso dokumentiert wie die Verantwortung des Managements und die Beschreibung aller relevanten Aufgaben.

Die Verantwortlichen sind angehalten, rechtzeitig Maßnahmen zu definieren und durchzuführen, um Schäden, wie sie aus dem Eintreten riskanter Ereignisse resultieren können, zu vermeiden oder zu begrenzen. Alle Funktional- und Zentralbereiche sowie Beteiligungsgesellschaften, somit auch die Gruppengesellschaften, die nicht zum Konsolidierungskreis gehören, sind in das Risikomanagementsystem eingebunden. Die jeweils Verantwortlichen sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäfts- und Finanzkennzahlen bereitzustellen. Neben der quartalsweisen Vorschau zur Geschäftsentwicklung melden sie zweimal jährlich alle erkannten Risiken für die nächsten 24Monate ab Meldestichtag für die Kategorien Markt- und Wettbewerbsrisiken, Technologische Risiken, Projekt- und produktbezogene Risiken, Finanzwirtschaftliche Risiken sowie Beschaffungsrisiken. Andere unternehmensspezifische Risiken (Umwelt, Personal etc.) werden ebenfalls in diesem Turnus an die Risikomanagement-Beauftragten der Konzernzentrale berichtet. Dabei unterscheiden wir qualitative und quantitative Risiken:

Bei qualitativen Risiken handelt es sich um langfristige Entwicklungen, die sich negativ auf die KSB-Gruppe auswirken könnten und die sich aufgrund ihrer unkonkreten Informationslage nicht oder noch nicht fundiert quantifizieren lassen. Um sie dennoch bewerten zu können, schätzen wir Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit ist zu beurteilen, wie detailliert die Informationen sind, die auf das potenzielle Risiko hinweisen. Die Tragweite beschreibt den möglichen Einfluss des Einzelrisikos auf das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) des KSB Konzerns oder der betreffenden Gruppengesellschaft.

Bei quantitativen Risiken handelt es sich um solche mit einem möglichen monetären Einfluss auf das Ergebnis des KSB Konzerns oder der jeweiligen Gruppengesellschaft. Ihre Bewertung berücksichtigt in jedem Einzelfall die Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit der potenziellen Schadenshöhe.

Um zu beurteilen, ob qualitative und quantitative Einzelrisiken für uns wesentlich sind, stufen wir diese als akzeptable, neutrale oder bedeutsame Risiken ein. Als wesentlich für die KSB-Gruppe erachten wir alle als neutral oder bedeutsam kategorisierten Einzelrisiken, die wir im Kapitel „Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung“ beschreiben. Den folgenden Matrizen ist die jeweilige Einstufung zu entnehmen:

Qualitative Risiken
Quantitative Risiken

Bei der Bewertung der Schadenshöhe beschränken wir uns auf drei mögliche Einstufungen: gering, mittel und hoch. Es gelten dabei folgende Kriterien:

Tabelle anzeigen
Schadenshöhe in T€
Größenordnung Umsatz gering mittel hoch
kleine Gesellschaften bis 20 Mio. € 50 – 125 125 – 250 > 250
mittlere Gesellschaften 20 bis 80 Mio. € 75 – 250 250 – 500 > 500
große Gesellschaften, Holdings, Organisationseinheiten ab 80 Mio. € 100 – 500 500 – 1.000 > 1.000

Diese Vorgehensweise bietet uns die notwendige Transparenz, um Risiken gesamthaft zu erkennen und sie wirksam, wirtschaftlich verantwortungsvoll und kompetent zu steuern.

Die Aufgabenträger, denen spezielle Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Risikomanagementsystem der KSB-Gruppe zugewiesen sind, haben wir in nachfolgender Abbildung dargestellt und erläutert.

Risikom anagementsystem im KSB Konzern

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Vorstand der KSB AG. Dieser berichtet an den Aufsichtsrat im Rahmen regelmäßiger Sitzungen des Prüfungsausschusses und wird von ihm wiederum überwacht. Den Vorstand unterstützen der Chief Compliance Officer sowie das Konzernfinanz- und Rechnungswesen. Letzteres koordiniert den Risikomanagement-Prozess auf Gruppenebene und prüft alle gemeldeten Risiken daraufhin, ob sie für die Abschlusserstellung relevant sind. Dies stellt eine systematische Verknüpfung mit dem Prozess der Konzernrechnungslegung sicher. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhalten mindestens zweimal pro Geschäftsjahr einen Risikobericht mit allen als bedeutsam oder neutral eingestuften Risiken, die im Vorfeld definierte Schwellenwerte – ohne Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen – einzeln oder kumulativ überschreiten. Besonders kritische Themen sind von den verantwortlichen Managern ad hoc zu melden. Chancen werden in diesem System hingegen nicht berücksichtigt, sondern separat bei Segmentleitern und Regionalverantwortlichen abgefragt.

Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken bedienen wir uns außerdem einer zusätzlichen Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation. Diese Aufgabe obliegt dem zentralen Finanzwesen und ist an anderer Stelle in diesem Kapitel detailliert beschrieben.

Der Compliance-Risiken nimmt sich der Chief Compliance Officer an; er ist der Stabsstelle „Recht & Compliance, Patente & Marken“ zugeordnet. Ihn unterstützen die Mitglieder des Compliance Committees und die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften.

Die Interne Revision ist als Teil unseres internen Kontrollsystems in das Risikomanagementsystem eingebunden. In ihrer Planung priorisiert sie Themen nach Risikopotenzialen und erhält sämtliche dazu notwendigen Informationen. Die Revisoren stellen sicher, dass alle geprüften Einheiten die gültigen Richtlinien beachten, aktiv am Risikomanagementsystem teilhaben und ihre Risiken steuern oder vermeiden. Die Informationen der Internen Revision über erkannte Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.

RisikomanagementSystem im KSB Konzern

Unser Risikomanagementsystem wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf, beispielsweise bei relevanten gesetzlichen oder organisatorischen Änderungen, zeitnah aktualisiert. Außerdem widmet sich unser Wirtschaftsprüfer in der Jahresabschlussprüfung dem Risikofrüherkennungssystem, dessen Vorhandensein er feststellt und dessen Eignung er untersucht.

INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGS­LEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, eine ordnungsgemäße Finanzberichterstattung sicherzustellen. Ziel ist es zu gewährleisten, dass Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit allen einschlägigen Vorschriften übereinstimmen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem zuvor dargestellten Risikomanagementsystem – Richtlinien und Regelwerke, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von all unseren Konzerngesellschaften vollständig anzuwenden. Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet; dies stellen Prüfungen unserer Internen Revision sicher.

Zusätzlich validiert das Rechnungswesen regelmäßig und analytisch die Plausibilität von Zeitreihen sowie von Plan-Ist-Abweichungen. Somit erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Die Verantwortung für die Konzernrechnungslegung liegt bei den Mitarbeitern des zentralen Konzernrechnungswesens. Für bestimmte Kalkulationen im Rahmen der Rechnungslegung (beispielsweise für die Berechnung komplexer versicherungsmathematischer Pensionsverpflichtungen) ziehen wir qualifizierte externe Gutachter hinzu.

Für das Rechnungswesen des KSB Konzerns und das jeweilige Rechnungswesen der einzelnen Tochtergesellschaften gelten verbindliche Terminpläne sowie Richtlinien. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in einem Handbuch schriftlich fixiert, das wir fortlaufend aktualisieren und weiterentwickeln. Dieses umfasst auch die Richtlinie für die Verbuchung konzerninterner Vorgänge. Neue Rechnungslegungsvorschriften und andere offizielle Verlautbarungen analysieren wir kontinuierlich im Hinblick auf ihre Relevanz und ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Bei Bedarf passen wir unsere Richtlinien sowie das Handbuch entsprechend an und kommunizieren dies unverzüglich an unsere Gesellschaften. Die Einhaltung dieser Maßgaben überwacht ebenfalls das Konzernrechnungswesen. Damit reduzieren wir das Risiko, dass wir den Abschluss nicht sachgerecht aufstellen oder nicht fristgerecht veröffentlichen.

Die Abschlussinformationen aller Konzernunternehmen verarbeiten wir automatisiert mittels einer zertifizierten und geprüften Konsolidierungsstandardsoftware. Diese Daten validieren wir mithilfe systemtechnischer Kontrollen. Dabei auftretende Warnmeldungen klären die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens, bevor sie diese Daten verwenden. Die Nutzung des Konsolidierungsmonitors innerhalb unseres IT-Systems gibt die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte strikt vor. Somit ist die fehlerfreie Verarbeitung der Daten gewährleistet.

Damit der Prozess der Rechnungslegung reibungslos und korrekt erfolgt, beteiligen wir hieran ausschließlich Mitarbeiter mit dem entsprechenden fachspezifischen Know-how. Um das Expertenwissen dieser Mitarbeiter aktuell zu halten, werden sie regelmäßig geschult.

Für das rechnungslegungsbezogene IT-System haben wir Zugriffsberechtigungen definiert. So schützen wir die Daten vor nicht genehmigtem Zugriff sowie unzulässiger Verwendung und Veränderung. Darüber hinaus stellen die vielfältigen Prüfschritte die Qualität der Verarbeitung sicher. Sie tragen ebenso dazu bei, operationelle Risiken zu begrenzen wie regelmäßige Systemprüfungen durch den Abschlussprüfer.

CHANCEN UND RISIKEN IN DER EINZELBETRACHTUNG

Die nachfolgend dargestellten Kategorien beinhalten die – sofern nicht anders gekennzeichnet – als bedeutsam eingestuften qualitativen und quantitativen Bruttorisiken sowie die wesentlichen Chancen für unsere Geschäftsentwicklung. Bedeutsamste Einflussgröße ist unverändert die konjunkturelle Entwicklung, alle übrigen Chancen und Risiken bewerten wir als nachrangig.

Märkte / Wettbewerb

  • Risiken

  • Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflussen unsere geschäftlichen Möglichkeiten. Zu den wirtschaftlichen Einflussgrößen gehört im laufenden Jahr der niedrige Ölpreis. Er wirkt sich nachteilig auf die Finanzkraft der ölproduzierenden Länder aus und beschränkt deren Möglichkeiten, neu zu investieren. Diesem als „bedeutsam“ eingestuften Risiko begegnen wir, indem wir die Kontakte zu Firmen und Institutionen intensivieren, die im verfügbaren Rahmen Einkäufe tätigen. So wollen wir die negativen Auswirkungen auf unser Geschäft begrenzen.

    In der petrochemischen Industrie in China besteht das Risiko eines Nachfragerückgangs, was den Auftragseingang für unsere Pumpen und Armaturen beeinträchtigen würde. Wir stellen uns darauf ein, indem wir unseren Auftragsbestand überwachen und die verfügbaren Produkte auch für andere Einsatzbereiche anbieten.

    Importabgaben führen in Malaysia zu erhöhten Verkaufspreisen für Produkte der Eta-Baureihe. Dieses Risiko kompensieren wir durch eine Optimierung der dortigen Bezugskosten.

    Die politische Lage im Mittleren Osten und in Nordafrika stellt sich weiterhin kritisch dar. Die Destabilisierung Syriens, Libyens, Jemens und des Iraks infolge innerer und äußerer Konflikte wirkt sich auch auf ihre Nachbarstaaten aus. Private Firmen wie staatliche Institutionen investieren daher nur sehr zurückhaltend in neue Anlagen. Es ist möglich, dass sich die Konflikte noch ausweiten, was mit einer zusätzlichen Beschränkung unserer geschäftlichen Möglichkeiten in dieser Region einherginge.

    Wegen der politischen Differenzen Russlands mit den USA und den meisten europäischen Staaten haben sich die Ost-West-Beziehungen stark verschlechtert. Dies zeigt sich auch im Wirtschaftsleben, wo russische Unternehmen vermehrt Produkte ordern, die im Lande selbst hergestellt sind oder aber einen hohen Anteil an lokaler Wertschöpfung aufweisen. Auf diese Entwicklung hat unsere KSB-Gesellschaft in Moskau reagiert, indem sie in angemieteten Hallen eine lokale Montage für industrie- und wassertechnische Pumpen aufgebaut hat. Darüber hinaus ist die Planung einer eigenen Fertigungsstätte im Gange.

    In Südafrika lähmen politische Spannungen im Einklang mit ökonomischen Versäumnissen die weitere Entwicklung. Dies wirkt sich auf die geschäftlichen Perspektiven unserer dortigen Produktions- und Vertriebsgesellschaft aus. Sie intensiviert daher ihre Verkaufsaktivitäten in anderen Ländern des südlichen Afrikas, in erster Linie in Angola und Sambia.

    Dem Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen begegnen wir dadurch, dass wir in mehreren Marktbereichen und Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen aktiv sind. Außerdem beobachten wir die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Marktbereiche. Falls erforderlich, passen wir Kapazitäten an, verlagern Produktionseinrichtungen und setzen Einsparmaßnahmen um.

    Asien gilt unverändert als wichtigster Absatzmarkt für kraftwerkstechnische Ausrüstungsgüter einschließlich Pumpen und Armaturen. Allerdings hat sich der Wettbewerb in China weiterhin verstärkt, was für den KSB Konzern einen erhöhten Preisdruck zur Folge hat und somit ein „bedeutsames“ Risiko darstellt. Um den asiatischen Markt breiter zu erschließen, haben wir mit unserem langjährigen Partner, der chinesischen SEC-Gruppe, Ende 2015 eine strategische Allianz vereinbart. Sie zielt auf eine engere Kooperation, um auch bei asiatischen Kraftwerksprojekten außerhalb Chinas erfolgreich zu sein. Ein erster Auftrag zur Ausrüstung eines indischen Kraftwerks, der Ende 2015 einging, ist Testfall für weitere gemeinsame Projekte.

  • Chancen

  • Spezielle Chancen für unsere Armaturen werden sich ergeben, wenn Großprojekte zur Wasserversorgung im Mittleren Osten, in Afrika oder Asien realisiert werden. Diese sind in der Regel mit dem Bau oder der Erneuerung von Pipelines verbunden, in denen Absperrklappen mit sehr großen Durchmessern zum Einsatz kommen können.

    Im Vertrieb von Feststoffpumpen für den Bergbau sehen wir Chancen, trotz der aktuell schwierigen Lage der Branche, Marktanteile hinzuzugewinnen. Dem dient die im Berichtsjahr vereinbarte Partnerschaft mit einem global tätigen Anbieter von Maschinen und Systemen für den Bergbau. Ferner haben wir mit der Inbetriebnahme einer neuen Spezialgießerei in den USA die Voraussetzung geschaffen, auch großformatige Pumpen schneller als bislang in hoher Qualität zu liefern.

    Der Trend zu einer stärkeren Beachtung der Energieeffizienz kann dazu führen, dass die Kunden vermehrt Dienstleistungen zur Analyse vorhandener Anlagen sowie Retrofit-Maßnahmen nachfragen.

    Die Aufhebung des Embargos gegenüber dem Iran eröffnet neue Auftragschancen. Bis zu der politischen Entscheidung, den Iran als Handelspartner auszuschließen, haben wir vor allem Kunden in der Petrochemie und weiteren Industriezweigen mit Pumpen und Armaturen beliefert; darüber hinaus waren wir mit unseren Produkten in Wasserversorgungseinrichtungen gut vertreten. Aktuelle Chancen ergeben sich aus der personellen Aufstockung unseres Büros in Teheran sowie aus Kontakten mit iranischen Firmen, die nach Erfahrungen mit einigen chinesischen Fabrikaten wieder deutsche Produkte bevorzugen.

    Ungeplante Auftragsmöglichkeiten können sich auch ergeben, wenn sich in Indien durch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten der Ausbau der Wasser- und Abwasserinfrastruktur beschleunigt.

    Projekte / Produkte

  • Risiken

  • Die Anforderungen der Märkte an unsere Produkte ändern sich ständig. Erfolg haben wir nur dann, wenn wir unsere Lieferzeiten einhalten und technisch hochwertige Produkte in einer guten Qualität zu adäquaten Preisen anbieten. Um das Risiko des Lieferverzugs zu minimieren, der zu einer verschlechterten Reputation beim Kunden wie auch zu Pönalezahlungen führen kann, kontrollieren wir ständig unsere Verkaufs- und Fertigungsabläufe. Stellen wir dabei fest, dass eine Erneuerung des Maschinenparks oder eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig ist, überprüfen wir diese Investitionsvorhaben im Rahmen eines schrittweisen Genehmigungsprozesses. Damit begegnen wir dem Risiko von Termin- und Kostenüberschreitungen.

    Eine regelmäßige Marktanalyse und -beobachtung minimiert die Gefahr, dass unsere Produkte technisch veralten oder wir sie zu nicht marktgerechten Preisen anbieten. Zugleich sind wir dem Risiko ausgesetzt, dass Billigprodukte aus Osteuropa und Asien mit dem KSB-Angebot konkurrieren. Dies erfordert ein stetiges Qualitätsmanagement, das wir konzernweit verzahnt haben.

    In unserem Geschäft ergeben sich besondere Anforderungen für die Abwicklung von Großprojekten mit längeren Laufzeiten. Mit dieser sind stets auch Risiken verbunden. So kann es gerade hier zu Kostenüberschreitungen, verschärften Importbestimmungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die – einschließlich möglicher Vertragsstrafen – unsere Margen verringern. Deshalb schulen wir unsere Mitarbeiter speziell im Projektmanagement. So ermöglichen wir es ihnen, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Hierzu sind unsere Projektleiter mit entsprechenden Management-Werkzeugen ausgestattet. Entscheidungen verbinden sich mit klar strukturierten Genehmigungsprozessen.

    Auch bei Aufträgen mit neu konstruierten Produkten gehen wir sowohl technische als auch finanzielle Risiken ein. Die erstgenannten Risiken grenzen wir insoweit ein, als wir bei Entwicklungsarbeiten Zwischenschritte definieren und Teillösungen einer Prüfung unterziehen. Dies gilt auch für Pumpen, die wir im Rahmen eines über mehrere Jahre laufenden Großauftrages für den Bau eines neuen Kraftwerkstyps in China bereitstellen. Finanzielle Risiken minimieren wir durch entsprechende Gestaltung der Verträge. Wir achten darauf, dass Anzahlungen unsere anfallenden Kosten decken.

    Für das Gewährleistungs- und Pönalerisiko bilden wir entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2015 waren es 52 Mio. €, im Jahr zuvor 45 Mio. €; darüber hinaus besteht kein weiteres wesentliches Restrisiko (Nettorisiko).

  • Chancen

  • Mitte Juni 2015 haben wir mit dem Aufbau eines neuen mechatronischen Kompetenzzentrums in Ankara begonnen. Dort werden wir künftig alle geregelten Nassläufer-Pumpen für die Gebäudetechnik sowie systemtechnische Komponenten fertigen. Zum Fertigungsprogramm wird auch die Calio-Baureihe gehören, die wir derzeit noch in der Schweiz produzieren. Die aus dem Standortwechsel resultierenden Kostenvorteile können schon ab dem zweiten Halbjahr 2016 unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt der Heizungs- und Klimatechnik verbessern. Zugleich vergrößert die im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ angeführte Ergänzung dieser Calio-Baureihe unsere Möglichkeiten, die Kunden mit modernen Produkten aus eigener Fertigung zu bedienen.

    Zusätzliche Marktchancen sehen wir für unsere Hochdruckpumpen, die wir jetzt in einem erweiterten Größenspektrum offerieren. Dieses gegenüber Vorläufermodellen preisgünstigere Aggregat orderten bereits 2015 viele Kunden für Anlagen der Wasserwirtschaft und der Industrie.

    Auch das weltweit erste Mess- und Strangregulierventil mit Ultraschalltechnik, das wir seit 2015 anbieten, findet starkes Interesse. Es vereinfacht die Messung des Volumenstroms vor allem in Heizungs- und Klimaanlagen.

    Weitere Chancen für Aufträge eröffnet die Nutzung der 2015 eingeführten App „KSB Sonolyzer“. Sie hilft Kunden, die Effizienz ihres Pumpensystems schnell und unkompliziert zu überprüfen. Arbeitet die Anlage häufig im Teillastbereich und damit unwirtschaftlich, eröffnet der Kontakt zu KSB-Stellen Möglichkeiten zur Analyse, Beratung und Systemoptimierung.

    Finanzen / Liquidität

  • Risiken

  • Als weltweit agierender Konzern sind wir vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Diesen begegnen wir mit Kurssicherungsgeschäften. Allerdings bietet unser globales Produktionsnetz auch die Chance, von Währungseffekten zu profitieren und diese gegebenenfalls im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu nutzen. Neben Währungsunsicherheiten spielen für uns die Zinsentwicklungen an den Kapitalmärkten eine Rolle. Bei variabel verzinsten Bankdarlehen begegnen wir dem Zinsänderungsrisiko durch eine entsprechende Absicherung unserer künftigen Zinszahlungsströme.

    Die neben dem Euro wichtigsten Währungen für den KSB Konzern sind der US-Dollar, die indische Rupie, der brasilianische Real und der chinesische Yuan. Sollte der Wechselkurs von unseren Planannahmen abweichen, hätte dies positive oder negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen und auf unsere Ergebnissituation. Durch ein striktes Forderungsmanagement und den Einsatz von Warenkreditversicherungen vermeiden wir, dass Forderungen gegenüber Kunden nicht eingebracht werden können.

    Risiken hinsichtlich Margen und Liquidität sind typisch für das Projektgeschäft. Neben dem anhaltenden Druck auf unsere Verkaufspreise, der die Gewinnspannen verkleinert, gehören dazu ungünstige Vertragskonditionen wie reduzierte Anzahlungen und schärfere Pönalebedingungen. Da wir unsere Genehmigungsprozesse in der Angebotsphase genau beachten und laufend unsere Nettofinanzposition überwachen, minimieren wir dieses Risiko. Dies versetzt uns zugleich in die Lage, Liquiditätsengpässe zu erkennen und zu vermeiden. Gegebenenfalls sichern wir ausreichende Liquidität, indem wir frühzeitig entsprechende Kreditlinien vereinbaren.

    Anhaltende Rezessionen oder neu aufkommende Krisenherde können die Finanzsituation unserer Kunden beeinträchtigen. Hieraus resultierende Zahlungsverzögerungen sowie Forderungsausfälle würden unsere Ertragslage belasten. Der gleiche Effekt entstünde, wenn sich Devisenbestimmungen einzelner Länder verschärften. Diesem begegnen wir durch ein striktes Forderungsmanagement und intensive Kundenkontakte. Eine Verschlechterung der finanziellen Situation verzeichnete im Berichtsjahr unsere italienische Gesellschaft, die unter anderem Hocheffizienzmotoren anbietet. Auch bei einigen Servicegesellschaften in Frankreich wirkt sich die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation im Land verstärkt negativ auf die Geschäftsentwicklung aus und somit auf die wirtschaftliche und finanzielle Solvenz sowie die mittelfristigen Geschäftsperspektiven. Daher überprüfen wir die strategische Ausrichtung und die Organisationsstrukturen unserer dortigen Serviceaktivitäten.

    Sich ändernde Marktgegebenheiten machen es erforderlich, bestehende Geschäftsmodelle grundsätzlich zu überprüfen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir daher eine Neueinschätzung der Chancen für Spaltrohrmotorpumpen vorgenommen und unsere Aktivitäten neu bewertet. Im Ergebnis sehen wir heute geringere Marktchancen und werden daher unser Produktprogramm entsprechend anpassen.

    Bei Steuersachverhalten ist die weltweite Ausrichtung unserer Aktivitäten zu berücksichtigen. Aufgrund unserer operativen Tätigkeit in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Steuergesetzen und Verwaltungsauffassungen sind differenzierte Beurteilungen bei der Bemessung unserer Steuerverbindlichkeiten erforderlich. Unsicherheiten bestehen möglicherweise aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Sachverhalten durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Diese können bei Betriebsprüfungen zutage treten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit externen lokalen Steuerspezialisten begegnen wir dem Risiko steuerlicher Nachzahlungen. Da wir unklare Sachverhalte fortlaufend kontrollieren, können wir regelmäßig eine entsprechende Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit vornehmen. Sollte sich daraus ein Nachzahlungsbedarf ergeben, bilden wir rechtzeitig entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2015 sind für solche Sachverhalte, die als bedeutsames oder neutrales Risiko eingestuft werden, 1,3 Mio. € berücksichtigt.

  • Chancen

  • Jede Wertsteigerung des US-Dollars gegenüber unserer Konzernwährung Euro verbilligt für Kunden in den USA unsere importierten europäischen Produkte. Zugleich besteht die Chance, dass Aufträge, die wir in US-Dollar buchen, nach Umrechnung in unsere Konzernwährung zu höheren Beträgen führen als bei unveränderten Wechselkursen.

    Beschaffung

  • Risiken

  • Rohstoffpreise und Beschaffungszeiten unterliegen starken marktbedingten Schwankungen. Dies kann unsere Ergebnissituation dann negativ beeinflussen, wenn es uns nicht gelingt, Kostensteigerungen zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben. Auch Verzögerungen oder Engpässe in unserer Versorgungskette für Rohstoffe und Komponenten können unsere geschäftlichen Aktivitäten beeinträchtigen. Wenn wir nicht zeitnah von sinkenden Beschaffungspreisen profitieren, würde sich, bei anhaltendem Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte, die Ertragslage verschlechtern.

    Auch unsere Zulieferer entwickeln ihr Produktspektrum weiter. Dies verbindet sich fallweise mit einer geänderten Beschaffenheit der von uns benötigten Materialien. Hier monitoren wir konsequent mögliche Auswirkungen auf die Qualität unserer Produkte. Ergeben sich daraus Risiken, reservieren wir, soweit möglich, höhere Stückzahlen in der ursprünglichen Materialzusammensetzung und evaluieren alternative Bezugsquellen.

  • Chancen

  • Um Beschaffungskosten zu verringern, führen wir die gezielte Suche nach Qualitätslieferanten in Osteuropa und Asien fort. Wo es gelingt, Komponenten für unsere Produkte günstiger als bislang einzukaufen, trägt dies dazu bei, unsere Wettbewerbsfähigkeit in Absatzmärkten mit hohem Preisdruck zu stärken. Darüber hinaus suchen wir in crossfunktionalen Teams nach Möglichkeiten, Materialkosten zu verringern, indem wir auch verbesserte technische Ansätze verfolgen.

    Ein zunächst in Deutschland erprobtes Lieferantenportal vereinfacht seit 2015 in Brasilien, China, Frankreich, Südafrika und den USA den Bestellprozess zwischen KSB und seinen Zulieferern. Im laufenden Jahr werden wir zusätzlich unsere indischen Lieferanten integrieren. Mit dem sukzessive verbreiterten Einsatz dieser Plattform reduzieren wir nicht-wertschöpfende Tätigkeiten im Konzern.

    Technologie / Forschung und Entwicklung

  • Risiken

  • Für unsere erfolgreiche Zukunft ist es essenziell, über ein Produkt- und Leistungsprogramm zu verfügen, das in Technik, Preis und Lieferzeit marktgerecht ist. Die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden wie auch neue Normen und Vorschriften – gerade in zukunftsträchtigen Märkten wie China – erfordern es, unsere Erzeugnisse sowie unsere Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die für Anpassungen nötige Forschung und Entwicklung verbrauchen erhebliche finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, ohne dass ein mittel- und langfristig erfolgreicher Einsatz garantiert ist.

    Um negative Auswirkungen auf die Ertragslage zu vermeiden, ist es wichtig, die marktbedingten oder technischen Risiken frühzeitig zu erkennen. Hierfür aktualisieren wir ständig unseren Entwicklungsprozess, zu dem verschiedene Kontrollstufen gehören. Da in diesen Prozess regelmäßig Mitarbeiter aus dem Verkauf eingebunden sind, können Risiken, die aus zwischenzeitlichen Veränderungen in den Märkten oder Anwendungsbereichen resultieren, rechtzeitig in die Beurteilung einfließen. Gleichzeitig ermöglicht uns diese enge Verzahnung, schneller als unsere Konkurrenz auf neue Markttrends zu reagieren.

  • Chancen

  • Durch unsere permanente Markt- und Technologiebeobachtung sowie den regen Austausch in unserem internationalen Netzwerk mit Technologiepartnern, Kunden und Lieferanten identifizieren wir Prinzipien und Lösungsräume, die neue oder erweiterte Leistungsangebote möglich machen. Auf diesem Wege kann KSB für seine Produkte positive Differenzierungsmerkmale erarbeiten und deren Marktchancen verbessern.

    In der Fortschreibung unserer Antriebs- und Motorenoffensive entwickeln wir adäquate Technologien für unterschiedliche Einsatzfälle. Diese können elementare Bausteine sein, um die Systeme unserer Kunden energetisch zu verbessern und zu entsprechenden Aufträgen führen.

    Mit Kunden und Partnern arbeiten wir in Projekten von Industrie 4.0 zusammen. Sie schaffen die Basis, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Indem wir moderne Fertigungstechnologien, gerade der digitalen Wertschöpfungsketten nutzen, wird es einfacher, den Kunden die passenden Produkte zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Hierzu etablieren wir neue Logistik-Konzepte und Fertigungstechnologien.

    Andere unternehmensspezifische Risiken – Umwelt

  • Risiken

  • Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt vor allem im Bereich der Produktion zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften. Durch Umweltschäden jeglicher Art (beispielsweise Grundwasserverschmutzungen, Sanierungsbedarf wegen veralteter Baustoffe oder Geruchsbelästigungen bei dem Einsatz von Chemikalien) können Verluste entstehen, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Daher überwachen Beauftragte an allen Standorten die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie der KSB-internen Regeln, die teilweise über die vorgegebenen Umweltstandards hinausgehen. Stellen wir Belastungen fest, bilden wir Rückstellungen, um Verpflichtungen für notwendige Sanierungen gerecht zu werden. Im Konzernabschluss 2015 betrugen diese wie im Vorjahr knapp 1 Mio. € für bedeutsame oder neutrale Risiken.

    Bei Akquisitionsprojekten überprüfen wir Liegenschaften vor einem Kauf auf mögliche Altlasten. Kritische Sachverhalte berücksichtigen wir mittels entsprechender vertraglicher Regelungen mit dem Verkäufer und leiten in Absprache mit diesem entsprechende Maßnahmen ein.

    In Märkten mit sich verschärfenden umweltrechtlichen Regulierungen gibt es grundsätzlich die Gefahr, dass es durch unsere Produkte und eigene oder zugekaufte Dienstleistungen zu Verstößen kommt, durch die wir die für diese Geschäfte notwendige Genehmigung verlieren und unsere Reputation schädigen. Auch veränderte Haftungsregelungen im Umweltschutz können die Risiken für unseren Geschäftserfolg erhöhen. Über sich anbahnende umweltrechtliche Neuerungen informieren wir uns daher frühzeitig als Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden. Ferner existieren in unseren Landeseinheiten sogenannte Rechtskataster, die wir permanent pflegen. So stellen wir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter an das jeweils geltende Recht halten. Im Rahmen der Managementzertifizierungen überwachen dies außerdem externe Auditoren.

  • Chancen

  • Mit einem globalen Umweltmanagementsystem erkennen wir rechtzeitig Gefahren für Mensch und Natur, die von unseren Aktivitäten ausgehen könnten, und leiten gegebenenfalls Schutzmaßnahmen ein. Es bietet uns gute Möglichkeiten, Schadensfällen und deren finanziellen Folgen vorzubeugen. Indem wir unsere Produktions- und Servicewerke durch Auditoren überprüfen und nach internationalen Normen zertifizieren lassen, erhalten wir und unsere Kunden eine hohe Gewissheit, dass die KSB-Betriebe umweltgerecht handeln. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für viele Geschäftsbeziehungen. Sie bietet die Chance, KSB dem Markt als ökologisch unbedenklich arbeitendes Unternehmen zu präsentieren. Auch mit unserer Mitgliedschaft im UN Global Compact entsprechen wir den Erwartungen unserer Kunden und erhöhen so unsere Auftragschancen.

    2015 haben wir an allen größeren Standorten in Europa sogenannte Energieaudits durchgeführt und damit der nationalen Umsetzung einer EU-Verordnung entsprochen. Im Ergebnis zeigten diese Analysen neue Potenziale auf, wie wir durch die Renovierung von Werkshallen, die intelligente Steuerung von Produktionseinrichtungen sowie Anweisungen an die Bediener von Werkzeugmaschinen eine zusätzliche Energieersparnis erreichen können.

    Die neu überarbeitete internationale Norm für Umweltmanagement ISO 14001 gilt seit November 2015 mit einer dreijährigen Übergangsfrist. Da wir unsere Produktionsstätten bereits ab Anfang 2016 auf die neuen Anforderungen hin zertifizieren lassen, haben wir die Chance, frühzeitig neue Umweltschutzaspekte zu berücksichtigen und uns auch in der Öffentlichkeit als Unternehmen zu präsentieren, das seine Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft ernst nimmt.

    Der Trend zu einem schärferen Umweltschutz und einer höheren Energieeffizienz wird weiterhin einen positiven Einfluss auf die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen haben. Unser Konzept Fluid Future können die Kunden nutzen, um ihren Stromverbrauch zu senken. Dabei wird über eine Systemanalyse die korrekte Auslegung von Pumpen und Armaturen sichergestellt und es werden Erkenntnisse gewonnen, wo sich der Einsatz hocheffizienter Pumpen, Armaturen und Antriebe lohnt.

    Andere unternehmensspezifische Risiken – Personal und Recht

  • Risiken

  • Um unsere Geschäftsziele zu erreichen, benötigen wir an allen unseren Standorten qualifizierte Mitarbeiter, zu denen beispielsweise technische Spezialisten gehören. Aufgrund des demografischen Wandels in einigen Ländern nimmt der Wettbewerb um diese und andere hochqualifizierte Fachkräfte zu. Er wird sich in Phasen eines wirtschaftlichen Aufschwungs noch verschärfen. Wir begegnen diesem Risiko mit bedarfsorientierten Maßnahmenplänen, einer systematischen Personalplanung und internationalen Rekrutierungsprozessen.

    Sich ändernde Marktbedingungen können einen negativen Einfluss auf den Finanzierungsstatus unserer Pensionsverpflichtungen haben. Gerade starke Schwankungen der zur Bewertung heranzuziehenden Kapitalmarktzinsen können sich auf das Jahresergebnis sowie das bilanzielle Eigenkapital erheblich auswirken. Um dieses Risiko zu begrenzen, validieren wir alternative Modelle.

    Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Tätigkeit unserer Mitarbeiter können prinzipiell auch ein unredliches Verhalten oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften gehören. Diese wären geeignet, das Ansehen von KSB zu schädigen. Durch wiederholte Compliance-Schulungen und gezielte Einzelmaßnahmen in kritischen Regionen beugen wir diesen Risiken vor und sichern die Reputation bei unseren Kunden.

    Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit lassen sich Rechtsstreitigkeiten nicht immer vermeiden. Dabei handelt es sich üblicherweise um Streitfälle aus dem operativen Geschäft, in der Regel bei unklaren Gewährleistungsfragen. Erwarten wir aus diesen Sachverhalten negative Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg, bilden wir entsprechende Rückstellungen, die neben der zu erwartenden Schadenshöhe auch die Prozesskosten beinhalten. Um ein Nettorisiko auszuschließen, sind im Konzernabschluss 2015 für solche als bedeutsame oder neutrale Risiken eingestuften Fälle rund 4 Mio. € berücksichtigt. Weiterhin haben wir Rückstellungen für Streitfälle mit Behörden und für Personalangelegenheiten von insgesamt nochmals 1 Mio. € gebildet, sofern wir sie im Sinne unserer Risikobewertung als bedeutsam oder neutral einschätzen.

    Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können infolge der Manipulation und des Verlusts elektronischer Daten entstehen. Wir begrenzen dieses Risiko durch adäquate Sicherungssysteme und Zugangsverfahren. Eine verstärkte Zentralisierung der IT-Systeme unserer verschiedenen Geschäftseinheiten hilft uns hierbei. Damit setzen wir hohe Sicherheitsstandards und verringern so das Risiko für Datenverluste oder -beschädigungen.

  • Chancen

  • Um Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern anzubahnen, nutzen wir seit 2014 verstärkt die sozialen Medien im Internet. Diese Kommunikationskanäle erhöhen unsere Chancen, eine hinreichende Auswahl an geeigneten Kandidaten zu erhalten und Fachkräfte international zu rekrutieren. Zugleich sprechen wir über diese Medien junge Menschen an, die sich für eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein studienbegleitendes Traineeprogramm interessieren. Ihnen geben wir über Online-Medien einen Einblick in das Unternehmensgeschehen und das soziale Leben bei KSB. Dies kann die Attraktivität unseres Unternehmens als Arbeitgeber bei wichtigen Zielgruppen erhöhen und beitragen, uns im Wettbewerb um die „besten Köpfe“ besser zu platzieren.

    2015 haben wir unsere zentrale Infrastruktur weiter erneuert und die IT-Services verstärkt standardisiert und automatisiert. Dies ermöglicht es uns, die Mitarbeiter kostengünstiger und schneller mit den benötigten Dienstleistungen zu versorgen.

    WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN NACH SEGMENTEN

    Die Chancen und Risiken für die Segmente Pumpen, Armaturen und Service werden, wie bereits im Vorjahr, am stärksten durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst. Unter anderem ist die künftige Entwicklung in China für uns von Bedeutung. Wesentlich für Pumpen und Armaturen sowie in abgemilderter Form für den Service sind Unsicherheiten hinsichtlich des politischen Risikos. Aber auch die unklare Ölpreisentwicklung sowie ein sich verschlechterndes Zahlungsverhalten bergen entsprechendes Risikopotenzial für künftige Geschäfte. Eine schneller als erwartet wiederkehrende politische Stabilität, verbunden mit einer Beruhigung der Währungsturbulenzen, hätte voraussichtlich positive Auswirkungen. Dies erwarten wir auch für den Fall, dass sich der Ölpreis überraschend früh erholt. Umgekehrt hätte eine weiterhin politisch unsichere Lage, kombiniert mit andauernden Abwertungstendenzen bei einigen Währungen, oder ein dauerhaft niedriger Ölpreis nachhaltige negative Effekte auf unser Geschäft. Für unsere bedeutsamste Einflussgröße, die konjunkturelle Entwicklung, schätzen wir das Risiko gegenüber dem Vorjahr etwas höher ein. Allerdings erhoffen wir uns auch von unseren wachstumsfördernden Maßnahmen, dass diese das Erreichen unserer Ziele wesentlich unterstützen. Daher sehen wir positive Impulse und somit bessere Chancen für unser Projektgeschäft, trotz möglicher Währungsunsicherheiten. Darüber hinaus bergen die politischen Krisen und die künftige Entwicklung des Ölpreises gleichermaßen Chancen und Risiken für alle Segmente. Rezessionen und einen verschärften Wettbewerb spüren oftmals auch unsere Kunden, was deren Zahlungsfähigkeit in Einzelfällen beeinträchtigen kann.

    Negative Währungsveränderungen in Wachstumsländern könnten unsere Exporte, insbesondere die aus unseren europäischen Werken, gefährden. Dies würde es aber auch ermöglichen, dass unsere Produktionsstätten in den betroffenen Ländern von solchen Entwicklungen profitieren und ihrerseits verstärkt exportieren.

    RISIKOBERICHT ÜBER DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

    Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unseres Geschäftes aus; dabei tätigen wir keine Geschäfte mit spekulativem Charakter. Ziel ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und unsere Aktivitäten zu optimalen Bedingungen zu finanzieren. Exportgeschäfte tätigen wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen.

    Aufgrund unseres Geschäftes müssen wir uns mit folgenden finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen:

    Einerseits unterliegen wir dem sogenannten Kreditrisiko. Hierunter verstehen wir den möglichen Ausfall oder verspäteten Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen. Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dies zeigt sich darin, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Ferner sind wir dem sogenannten Marktpreisrisiko ausgesetzt. Währungs- oder Zinsänderungen können einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind für uns nicht wesentlich.

    Um Risiken aus Geschäften mit unterschiedlichen Währungen zu verringern, ergreifen wir Maßnahmen zur Kurssicherung. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Zur Abdeckung der Währungsrisiken bestehen zum Jahresende Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von insgesamt 254,0Mio.€ (Vorjahr 235,0Mio.€). Überwiegend sind Fremdwährungspositionen in US-Dollar gesichert. Indem wir unsere Produktionsstandorte weltweit stärken, können wir eine „natürliche“ Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten realisieren.

    Um Zinsänderungsrisiken zu minimieren, haben wir Zinsswaps abgeschlossen, mit denen wir Zahlungsströme aus Grundgeschäften in Höhe von 39,5 Mio. € (Vorjahr 60,6 Mio. €) absichern. Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen hinsichtlich ihrer variablen Zinsbindung und Fälligkeiten (1 bis 3 Jahre) überein.

    All diese Risiken begrenzen wir mittels eines adäquaten Risikomanagementsystems. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen regeln wir den Umgang mit diesen Risiken. Darüber hinaus überwachen wir ständig die aktuellen Risikoausprägungen und geben die gewonnenen Erkenntnisse in Form standardisierter Berichte sowie individueller Analysen an Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

    Weitere Informationen zu den drei Risikobereichen und der bilanziellen Auswirkung finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VI. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten“.

    GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN UND RISIKEN DURCH DEN VORSTAND

    Die Chancen und Risiken des KSB Konzerns werden ganz wesentlich von gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren und deren Effekten auf die weltweiten Maschinenbaumärkte und den Wettbewerb geprägt.

    Die gesamte Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert, wohl aber die Einschätzung verschiedener Einzelrisiken infolge unserer eigenen Maßnahmen sowie verschiedener anderer interner und externer Rahmenbedingungen. Insgesamt gehen wir für das nächste Jahr von einer moderaten Konjunkturbelebung aus. Unsere Strukturmaßnahmen werden uns bei der Erreichung unserer Ziele zusätzlich unterstützen. Eine nachlassende Konjunkturdynamik in den Wachstumsmärkten sowie negative Entwicklungen, die aus den politischen Unruheregionen in Osteuropa, im Mittleren Osten sowie in Teilen Afrikas resultieren können, stellen allerdings Risiken dar. Gleiches gilt für die künftige Ölpreisentwicklung sowie volatile Währungen. Die zuvor genannten Sachverhalte hätten sowohl negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen als auch auf das geplante Ergebnis.

    Der KSB Konzern baut in diesem Umfeld weiter auf seine Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen. Um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen, sind für uns eine solide finanzielle Position und eine effiziente Kostenstruktur von zentraler Bedeutung. Wir sind überzeugt, dass wir die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen weiterhin erfolgreich meistern können.

    Das vorhandene Risikomanagementsystem sowie die damit im Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen erlauben es dem Vorstand, Risiken zeitnah zu erkennen und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Der Fokus der Aktivitäten im Jahr 2016 wird angesichts der teilweise unsicheren Entwicklung weiterhin auf dem Management der Marktrisiken liegen. Der Vorstand stellt auf Basis des vom KSB Konzern etablierten Risikomanagementsystems wiederum fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennbar sind, die zu einer dauerhaften und wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KSB Konzerns führen könnten.

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